"Conversional Search" Warum lange suchen, wenn man auch danach fragen kann?
In unserem Beitrag „Google zeigt immer häufiger KI-Antworten, aber ist Ihre Webseite davon überhaupt betroffen?“ haben wir angekündigt, dass wir weitere Auslöser thematisieren werden, also sogenannte Trigger, die eine KI-Zusammenfassung in Google auslösen können.
Wir als Web-Agentur stellen fest, dass einige unserer Kunden eine spürbare Reduktion ihrer Klicks beobachten. Deshalb ist es interessant, wodurch sich die Click-Through-Rate (CTR) verändert, also der Anteil der Suchanfragen, die tatsächlich noch einen Klick auf eine Webseite erzeugen. In diesem Zusammenhang wird auch die Zero-Click-Rate immer problematischer also der Anteil der Suchanfragen, bei denen überhaupt keine Webseite mehr angeklickt wird.
Nach den letzten belastbaren Zahlen aus dem Jahr 2025 hat sich diese Zero-Click-Rate getrieben von KI Zusammenfassungen und Chatbots erhöht, von etwa 60 auf rund 80 Prozent. Schockierend ist dabei auch, dass selbst das erste Suchergebnis in der Google-Ergebnisliste nicht mehr automatisch vor sinkenden Klickraten geschützt ist, die CTR hat sich hier um 37.5% reduziert.
Wir wollen uns heute mit einem Trigger für KI-Zusammenfassungen beschäftigen, der ausschließlich die Anzahl der Wörter in der Suchanfrage betrifft. Suchen mit ein oder zwei Wörtern erzeugen nur in etwa acht Prozent der Fälle eine KI-Zusammenfassung. Bei langen Suchanfragen mit zehn Wörtern oder mehr erscheint dagegen bereits in über 50 Prozent der Fälle eine KI-Zusammenfassung.
Deutlich geringer ist die Auslösung von KI-Zusammenfassungen bei sogenannten „navigationalen Suchanfragen“. Wenn jemand zum Beispiel nur den Namen einer Webseite eingibt, um dorthin zu gelangen, liegt der Anteil bei etwa zwei Prozent. Bei E-Commerce-Suchanfragen, also wenn es konkret um den Kauf eines Produkts geht, liegt er bei nur etwa drei Prozent. Branded und non-branded Keywords werden wir in einem weiteren Newsletter noch ausführlicher thematisieren.
Diese Entwicklung manifestiert den Trend zur sogenannten Conversational Search, also zur dialoggeführten Suche. Google leitet damit eine weitere Eskalationsstufe ein: Nutzer*innen bekommen nicht nur eine KI-Zusammenfassung, sondern darunter auch eine Chatbox für weitere Fragen und landen damit unmittelbar in einer Dialogsuche.
Experimente aus dem Jahr 2024 zeigen die Probleme auf. Sie belegen, dass Nutzer*innen in dialogischen Systemen stärker zu selektiver Informationsaufnahme neigen, vor allem bei kontroversen Themen. Ebenfalls experimentell belegt ist, dass dialoggeführte Suchen von Nutzer*innen als vertrauenswürdig wahrgenommen werden, weil Menschen der Dialogform tendenziell stärker vertrauen.
Für Webseitenbetreiber*innen bedeutet das: Sie sollten prüfen, mit welchen Suchanfragen Nutzer*innen auf ihre Webseite kommen. Handelt es sich vor allem um einfache navigationale Suchanfragen (Suchbegriffe, bei denen Nutzer*innen gezielt eine bestimmte Website, Marke oder Plattform aufrufen möchten), ist das Risiko einer KI-Zusammenfassung eher gering. Das gilt etwa, wenn jemand statt einer URL einfach den Namen der Webseite in Google eingibt oder sehr konkrete Kaufanfragen mit einem Markennamen stellt.
Wenn Nutzer*innen aber Fragen stellen oder die Suchanfragen generell länger werden, entsteht schon heute Handlungsbedarf. Dann müssen Webseitenbetreiber*innen handeln, und ihre Website für die Conversational Search optimieren.
Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, vereinbaren Sie einfach ein kostenloses Beratungsgespräch mit mir.
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